Band: dh    
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Release: MR 017 dh! "der mann der barfuß funken schlug" LP
Hörprobe: kommt bald..
 
 
 
 
Reviews:    

Dass man deutschsprachigen Punkrock durchaus noch weiterentwickeln und bereichern kann, stellen d.h. mit ihrem neuen Album eindrucksvoll unter Beweis. Drei Jahre nach ihrem Debüt "Kurz Hose, Holzgewehr!!!" melden sich die Jungs aus Leipzig nun mit einem Nachfolger zurück, welcher sie in deutschsprachig punkrockenden Gefilden in die erste Liga katapultieren sollte: Großartige, jedoch nicht zu befindlichkeitsfixierte Texte mit Tiefgang treffen auf ein Sammelsurium aus solidem Punkrock mit perfekt integrierten Akustik-Passagen, Streichern, Bläsern und Pianos. Vom ersten Moment an nehmen den Hörer Songs wie "Boxengassenhauer", "Endlos schleifen", "XYFDGB", "Bonusmeile", "Spielverderber Schüttelfrost" oder "Blockhäuserblocks" mit auf eine Reise aus Alltagsbeobachtungen und Einzelschicksalen. Ausfälle sind dabei nicht zu verzeichnen. Das abschließende Stück "Festhalten mit loslassen" fasst mit "der Moment der zerstörte / das Fundament das verkohlte / mein Brandfleck im Blick zurück / Zurückmüssen stinkt zum Himmel" die Philosophie der Platte und der Band geradezu programmatisch in Worte. Zurück muss nach diesem großen Schritt nach vorne glücklicherweise niemand mehr. Menschen, die Turbostaat, die Boxhamsters oder Oma Hans mögen und d.h. dabei bisher übersehen haben, sollten dieser Platte auf jeden Fall eine Chance geben. Der Rest lacht zumindest über den grenzgenialen Titel. Stephan Thanscheidt (VISIONS) 8 Punkte

Drei Jahre nach ihrem Debüt ist sie endlich wieder mit neuen Aufnahmen zurück: D.H., die Leipziger Indie-Punkband, die aus irgendeinem Grund ihr Dasein nach wie vor im völligen Untergrund fristet. Mit "Der Mann der barfuss Funken schlug" muss es jetzt aber, gibt es in diesem schmutzigen Geschäft noch einen Funken Gerechtigkeit, endlich klappen: Die Platte ist so intensiv, dass es weh tut und macht trotzdem Spaß. Die elf Stücke stellen zudem eine klare Weiterentwicklung zu "Kurze Hose, Holzgewehr" dar. Größte Errungenschaft für mich: die häufiger eingesetzten mehrstimmigen Vocals, welche die Musik nochmals mitreißender machen. Denn bei D.H. singt inzwischen alles, was ein Saiteninstrument in der Hand hält – und das sind immerhin drei Personen. Vor allen Dingen aber gibt es Refrains, die einen nicht mehr los lassen. "Endlos schleifen" beispielsweise erinnert an allerbeste TAGTRAUM-Zeiten, während "Weltumarmen" oder das finale "Festhalten mit Loslassen" einfach nur druckvoll und großartig sind. Zwischenzeitlich wird auch immer wieder richtig gelärmt ("Runkelrueben"), die engen Schubladen wie Punk oder Emo somit völlig ungezwungen gesprengt. Außerdem wieder bemerkenswert: die klugen emotionalen Texte, die im richtigen Moment mit einem Augenzwinkern aufwarten und zudem in ein interessantes Konzept eingebettet sind. Meine Hoffnung: Nachdem die heimische Sprache im Punkrock wieder salonfähig geworden ist, ist die Szene ja vielleicht sogar bereit für dieses Punkrock-Märchen? Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass es jemanden gibt, an dem „Der Mann der barfuss Funken schlug“ spurlos vorbei geht. Also: Hallo an alle, die zwischen MUFF POTTER und dem 'Grand Hotel Van Cleef' zu Hause sind... D.H. hier sind die vermeintlichen Newcomer, nach denen ihr sucht! Die LP kommt in großartiger Aufmachung mit 24-seitigem Booklet, welches das eigenwillige Konzept der Platte perfekt illustriert. Toll. (34:12) (9) (Sellfish fanzine) Micha